Im zweiten Teil unseres Interviews teilt Jack mit uns weitere persönliche Erfahrungen aus dem TV-Abnehm – Camp, erzählt wie sich ein Leben mit merklich mehr Fans anfühlt und, was aus seiner Sicht wichtig ist, um sein Wohlfühlgewicht zu bekommen und zu halten.

biggestloser.de (B): Mit aller freundschaftlicher Basis, ist das Leben im Camp natürlich darauf angelegt, die Kandidaten immer wieder mit schweren Situationen zu konfrontieren. Bei dir erinnern wir uns zum Beispiel an das Dilemma, der kühlen Flasche Bier zu widerstehen…Was waren sonst noch Herausforderungen für dich, mit denen du richtig zu kämpfen hattest?

Jack (J): (lacht) Kruzifix – Ja, das war eine der härtesten Sachen! Es war richtig heiß an dem Tag und irgendwie habe ich es schon gespürt und gedacht, was denn wäre, wenn ich jetzt ein…Ich hatte den Satz nicht mal zu Ende ausgesprochen und mir lief schon das Wasser im Mund zusammen! Das Wiegen war auch gewöhnungsbedürftig – gerade, als ich am Anfang gegen die Tanja verloren und nur 6,2 Kilo in der Woche abgenommen hatte. Das ist schon viel an Gewicht das weg geht, aber ich war zuerst etwas enttäuscht.

B: Gab es sonst noch etwas?

J: Am Anfang war es schon schwer, sich dran zu gewöhnen, dass du tagtäglich deinen Sport machen musstest – dass du deinen Körper danach eben so richtig gespürt hast. Das ging aber mit der Zeit und ansonsten war für mich alles da, was man braucht. Gut, es gibt immer was, das fehlt und das war bei mir sicher die Musik – Ich brauche Musik halt, wie das Wasser zum leben!

B: Und, was waren deine persönlichen Highlights?

J: Also, auf jeden Fall das LKW – Ziehen oder das Dromedar – Reiten mit Cihan! Und von meinen Mädels war ich absolut begeistert – die haben zusammen einfach alles weg gerockt, was da war! Klar, ich habe denen immer gesagt, dass wir die Wettkämpfe gewinnen wollen – da bin ich ja eine Drecksau! Diese Ansagen haben sie auch gebraucht – ich war natürlich oft energisch, hab mich oft für meine Worte entschuldigt, aber das mit meinem bayrischen Charme alles schon sauber hingekriegt – und, es ist insgesamt einfach super gelaufen! Außerdem sehe ich prinzipiell auch in der blödesten Situation immer noch etwas lustiges – das macht das ganze ja erst lebenswert, ne?!

B: Definitiv. Wie war es denn für dich, live vor Kameras abzunehmen?

J: Damit hatte ich kein Problem, es war eher der Ansporn. Sonst hätte ich mich ja nach der Sendung im Wirtshaus oder sonst irgendwo rechtfertigen müssen. Die Kameras habe ich irgendwann gar nicht mehr bemerkt und einfach immer versucht, so zu sein, wie ich sonst bin.

B: Was hat sich nach „The Biggest Loser“ am gravierendsten in deinem Leben verändert?

J: Alles! Ich bin jetzt ein völlig anderer Mensch, mache täglich Sport und bin fit wie eine Rakete. Ich mache jetzt gerade meinen Sportlehrerschein und will mich weiterhin im Adipositas Bereich sozial engagieren. Ich hätte nicht gedacht, dass die Sendung so einen Wirbel auslöst, mit dem du wieder so viele Leute zum Abnehmen motivieren kannst! Das ehrt mich auf der einen Seite, aber man trägt damit natürlich auch eine gewisse Verantwortung! Jetzt muss ich halt so viele Emails und Post mehr beantworten, als noch vor „The Biggest Loser“ und die möchte ich natürlich jedem persönlich beantworten – das fühlt sich super an, ich kann’s nicht anders sagen!

B: Was ist deiner Meinung nach der wichtigste Schritt, um abzunehmen?

J: Der Fehler, den glaube ich viele machen – die warten auf irgendetwas. Aber es wird nichts einfach so kommen. Zuerst muss man sofort anfangen, sobald du den Gedanken hast, abnehmen zu wollen! Nicht denken: „Ich fange morgen an, kommende Woche oder nächsten Monat…“ – Jetzt ist jetzt!
Dann musst du anfangen, dein ganzes Drumherum erst einmal zu durchdenken und zu verändern.
Gerade in den ersten Wochen brauchst du viele Erfolgserlebnisse, damit kein Frust aufkommt, wenn das Gewicht schwankt. Wenn du dann siehst, und spürst, wie nach und nach das Gewicht verschwindet, dann weißt du, wie es geht. Das dauert allerdings seine Zeit, der Körper muss sich auf die neue Lebensstruktur ja erst einmal umstellen. Wenn er das getan hat, geht die Fettverbrennung wieder weiter. Diese Zeit ist natürlich die Schwerste, weil du erst mal denkst, es geht nicht weiter.Dann musst du anfangen, deinen Körper auszutricksen und einfach das Gegenteil von dem machen, was du bisher gemacht hast, also mit alten Mustern und Gewohnheiten brechen.

Noch ein Tipp zum Durchhalten: Es hilft, sich ein Bild von sich selbst vor den Spiegel zu hängen, um sich daran zu erinnern, wo man einmal war bzw., wo man (wieder) hin will. Manche müssen sich eben vielleicht einfach etwas vor sich selber erschrecken, um anzufangen, etwas zu verändern.

B: Was würdest Du sagen: Funktioniert Abnehmen mit „The Biggest Loser“ besser, als alleine bzw. mit gängigen Diäten?

J: Das Abnehmen mit „The Biggest Loser“ ist absolut ein Glücksfall! Deshalb zieht es durch – für euch und auch für eure Teampartner, weil wer aufgibt, nimmt dem anderen automatisch die Chance weiterzumachen.
Außerdem geht es für jeden um seine eigene Gesundheit und da sollte, wer massives Übergewicht hat, sich wirklich ehrlich ernsthaft fragen: „Wie lange will ich noch leben? Was wird die nächsten fünf Jahre? Will ich wirklich auf den Herzinfarkt, Schlaganfall, etc. warten oder jetzt etwas tun?

B: Um das zusammenzufassen – Du brauchst für dich keine besondere Motivation mehr, um abzunehmen?

J: Die Motivation ist, sich immer neue Aufgaben und Aktivitäten zu suchen – das bleibt und damit bleibt man fit.
Ansonsten habe ich in den acht Monaten meine Hausaufgaben gemacht, habe mein Gewicht gefunden und muss auch kein Gewicht mehr halten. Ich habe ja in dieser Zeit mein Leben komplett umgestellt und gelernt, wie ich mich jetzt richtig ernähren und verhalten muss. Das ist der Sinn und Zweck der Sache und, wenn ich einmal weiß, was ich tun muss, muss ich nach der Sendung einfach so weitermachen, wie ich dort angefangen und es mitbekommen habe. Mein jetziges Aussehen ist persönlich noch eine zusätzliche Motivation. Allgemein gesagt, ist das Abnehmen in (kleinen) Gruppen natürlich leichter, als allein, klare Sache.

B: Du hast dich ja auch oft und gerne mit deiner Teamkollegin Tanja gestritten – macht streiten auch schlank?

J: Wenn du ein Frustfresser bist, hast du ein Problem! (lacht). Na, ich verstehe mich ja mit der Tanja sehr gut! Wir haben uns eben ab und zu motiviert, um nicht halbherzig bei der Sache zu sein. Denn gutes Teamwork ist bis zum Ende eben das A und O.

B: Was war denn das Erste, was du gemacht hast, als du wieder zuhause warst?

J: Ich glaube, ich bin heim gefahren, habe mich auf die Couch gelegt und ein, zwei Bierchen gezischt, denn nach der Sendung war ich erst mal fertig und froh, dass ich es geschafft hatte.

B: Wie waren die ersten Reaktionen deine Familie, als sie dich wiedergesehen hat?

J: Meine Mutter war baff und viele Leute haben mich gar nicht mehr erkannt, obwohl ich der einzige Farbige in unserer Gegend bin. Die Meisten haben mich dann bloß am Reden und den Ohrringen wiedererkannt – das war schon erstaunlich!

B: In einem Interview hast Du gesagt: „Jetzt habe ich meine schöne bayrische Bierwampe 20 Jahre mit mir herumgetragen.“ – Heißt dass, Du hast für dich eine Art persönliches, vielleicht bayrisches „Statussymbol“ aufgegeben?

J: Na, man sagt ja: Ein Bayer ohne Wampe ist kein Bayer! Wenn aber der Bauch so dick ist, dass du deine Kniescheiben nicht mehr siehst, ist es schon grenzwertig! Ich war ja auch immer schon übergewichtig und trotzdem ein lustiger Mensch! Wenn ich irgendwo hingekommen bin, auch vor der Sendung, haben sich ganze Bierzelte nach mir umgeschaut…

B: Eben, deine Persönlichkeit hat ja nichts mit deinem Bauchumfang zu tun – allerdings, wenn jemand den großen Schritt macht, sein Gewicht so radikal zu reduzieren, ist Persönlichkeit mit das Wichtigste, oder?

J: Absolut – das Schönste ist ja, dass jeder dir erzählen will, du solltest ab – oder zunehmen. Da denke ich mir immer: „Leckt mich am Arsch!“ Es kommt darauf an, ob derjenige, um den es geht sich wohlfühlt – und da weiß ich doch selbst am besten, mit welchem Gewicht es mir gut geht.

B: Darf ich dich fragen, wo dein aktuelles Gewicht gerade liegt?

J: Mein aktuelles Gewicht? – Das liegt bei 83 Kilo – absolutes Wohlfühlgewicht. Es ist jetzt schon unvorstellbar – ich war in Holland, in der Schweiz ,dort sprechen dich fremde Leute an „Hey, Du bist doch der Jack!?“ Und dann sag ich: „Ja, natürlich bin ich der Jack.“ Und das ist mir wichtig, weiter auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, weil ich dort auch bleiben möchte und, dieser ganze Promistatus, das liegt mir fern.

Im letzten Teil schauen wir gemeinsam in die Camp Küche, plaudern über ein Zukunftsprojekt mit Cihan und natürlich richtet der ehemals „Big Jack“ noch letzte Worte an euch – Bleibt dabei!

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